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Auch Männer brauchen Gartenträume

Was verbindet Johann Wolfgang von Goethe mit Otto von Bismarck? Die Gartenträume in Sachsen-Anhalt. Interessante Spuren haben sie beispielsweise in den historischen Parks von Bad Lauchstädt und Schönhausen hinterlassen. Bis heute ist es spannend, sie wieder zu entdecken. 

Otto von Bismarck

Kein Aprilscherz!  Just am 1. April 1815 erblickte Otto von Bismarck das Licht der Welt. Und zwar mitten in der Alten Mark, in Schönhausen. Und es hätte alles seinen geordneten preußischen Gang gehen können. Schon am 15. Mai 1815 wurde Klein-Otto bei seiner Taufe in der direkt neben dem Schloss stehenden romanischen Kirche vom Heiligen Geist erfüllt. Der Knabe besaß nun alles Wichtige für eine behütete Kindheit: Schloss, Park und den großen Abenteuerspielplatz der Elbauen.

Aber Gottes Plan war ein anderer. Bereits mit einem Jahr suchte Otto nicht noch mehr Weite, sondern musste sich mit seinen Eltern auf den Weg nach Hinterpommern machen.

Doch Schönhausen ließ ihn nicht los. Der Tod seines Herrn Vaters machte es notwendig, dass er nach über 30 Jahren nach Schönhausen zurückkehrte und 1846 das große Gut selbst übernahm. 

Als königstreuer Staatsbürger kämpfte er selbst in der Provinz gegen das Böse, als er 1848 freche Revoluzzer aus Tangermünde abwehren – nein, zurückschlagen konnte, die in Schönhausen die schwarz-rot-goldene Flagge hissen wollten.

Eine wichtige Spur des ersten Reichskanzlers Otto von Bismarck führt auf der Gartenträume-Route nach Wernigerode. Dort wohnte, nein, dort residierte im Schloss sein Vizekanzler Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode standesgemäß über den Dächern der kleinen Harzstadt und verzückte mit bestem Brockenblick.

Wesentlich prägender war die bunte Stadt am Harz für den „Eisernen Kanzler“  aber durch eine andere Begegnung: er traf Johanna von Puttkamer. Auch wenn sich die Liebe zwischen den beiden nur preußisch gemäßigt entwickelte, so wurde die Dame Schluss endlich die Gattin des Reichskanzlers. Ein kleines Zitat beschreibt den Euphoriegrad der Beziehung vielleicht ganz eindringlich: „Wir sind nicht auf dieser Welt, um glücklich zu sein und zu genießen, sondern um unsere Schuldigkeit zu tun.“, formulierte es Bismarck mit der ihm eigenen Passion.

Info: Auch wenn 1958 das Schönhäuser Schloss abgerissen wurde, so laden der teilweise liebevoll wiederhergestellte Schlosspark, die romanische Kirche und das Bismarck-Museum im restaurierten Seitenflügel zu einem Besuch ein, der in Erinnerung bleiben wird.

Johann Wolfgang von Goethe

Ganze 1.200 Taler hatte er 1791 in seine göttlichen Hände genommen, um in Bad Lauchstädt einem gewissen Joseph Bellomos dessen Kurtheater abzukaufen. Um wenig später  festzustellen, dass in diesem Schrotthaus kein Goethe ein richtiges Theater spielen kann. Um so noch einmal 9.000 Taler aufzutreiben, womit ein Sommertheater vom Feinsten entstand, das dieser barock anmutenden Kurparkanlage seine Krone aufsetzte.

Zu diesem Meister aller Fächer gehörte es natürlich auch, dass er seine wahnsinnige Investition nicht ganz zufällig in Bad Lauchstädt machte. Natürlich erholte sich hier der sächsische Hof jeden Sommer von seinen unglaublichen Strapazen. Aber Goethe hatte noch ein anderes Quellgebiet im Auge: Halle an der Saale. Dort hatten die Pietisten das Sagen und vor allem das Verbieten. Und so verboten sie alles Theater in der Saalestadt. Für den Geheimrat aus Weimar ein gefundenes Fressen! Er gründete einen Pilgerweg von Halle aus direkt nach Bad Lauchstädt, was bereits in Kursachsen lag,  und viele Studenten sowie gelehrte Leute machten sich auf Schusters Rappen.

Wenn es ihm in Bad Lauchstädt zwischen Schiller und Mozart zu bunt wurde, machte er sich aus dem Staub und direkt an die Saale nach Halle. Dort hatte sich das „Giebichensteiner Dichterparadies“ in Reichardts Garten etabliert, wo ihm Novalis und Clemens von Brentano immer wieder über den Weg liefen. Im satten Grün, die sanft plätschernde Saale in Hörweite fand Johann Wolfgang von Goethe hier seine Oase. 

Peter Joseph Lenne` 

Man muss von einer kongenialen Verbindung sprechen! 1824 erhielten Gartendirektor Peter Joseph Lenne` und Stararchitekt Karl-Friedrich Schinkel Post vom Magdeburger Bürgermeister mit einem brisanten Auftrag: als erste in Deutschland sollten sie einen „Volksgarten“ anlegen. Keine der üblichen Parkanlagen also, in denen sich der Adel seinem Plaisier hingab, sondern ein städtisches Grün für alle! Wenn das keine Innovation war!

Trotz aller Modernität bekam der heutige Klosterbergegarten damals einen angemessenen Namen: Friedrich Wilhelm-Garten. In sein Zentrum hatte Schinkel einen klassizistischen Bau auf zwei Etagen mit repräsentativen Sälen gezaubert – das Gesellschaftshaus.

1858 machte der umtriebige Gartenkünstler Lenne`  Station in Ballenstedt. Aus dem weitläufigen Schlosspark formte er kurzerhand einen italienischen Terrassengarten.  Auf 13 Meter Höhenunterschied entstand eine der lebhaftesten Wasseranlagen in Lennés Gartenkunstschöpfungen. Mit einer grandiosen Fontäne! Wunderschön.     
 

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