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Revierförster im Gartentraum

Uwe Frömert ist Direktor der Waldschule im Elbauenpark Magdeburg

Seit 20 Jahren erfreut sich der Magdeburger Elbauenpark großer Beliebtheit. Hervorgegangen ist er aus der Bundesgartenschau 1999. Dafür wurde ein ehemaliges Militärgelände umgestaltet. Mittlerweile gehören die grünen Entdeckungstouren mit Förster Uwe Frömert zu den besonderen Attraktionen. Zudem ist der blühende Natur- und Freizeitpark Mitglied im Gartenträume-Netzwerk Sachsen-Anhalt. Das feiert 2020 sein 20-jähriges Jubiläum.

„Warum wart ihr schon einmal im Wald?“ Förster Uwe Frömert formuliert seine Fragen ungewöhnlich. Die Antworten sind es auch: „Zum Fahrradfahren.“ Aha. Aber auch gut. In der Waldschule geht es sowieso etwas anders zu als in „normalen“ Schulen. Darum kommen die Kinder so gern hierher in den Magdeburger Elbauenpark – sogar in den Ferien und sogar aus Berlin angereist zu Oma und Opa. Eine andere Oma hat sich extra einen Tag Urlaub genommen, um mit ihrer Enkelin in die Waldschule zu gehen. Auch die Erwachsenen genießen sichtlich den vergnüglichen Lernspaß. Die Natur ist ein alle verbindendes (Unterrichts)Thema.
„Obwohl ich das schon beinahe 20 Jahre mache, bin ich doch immer etwas aufgeregt“, hatte Uwe Frömert noch kurz vorher beim Einheizen seiner Waldschule gesagt. Herbstliche Kühle weht durch den Park. Am Morgen hatte es geregnet. Ob wohl Kinder kommen? Sie kommen, um im Lebensraum Wald auf Entdeckungstour zu gehen. Und Uwe Frömert ist in seinem Element.
Diese sogenannten grünen Umweltbildungsangebote des Elbauenparks hatte er federführend mit aufgebaut. Im Jahr 2000 kam der Förster in den Park. Da hatte die erfolgreiche Bundesgartenschau von 1999 gerade ihre Tore geschlossen. Es wurden Ideen gefunden und verwirklicht, um die grünende, blühende Oase auch in BUGA-Folgezeiten zu erhalten. 

Auf dem „grünen Pfad“ unterwegs

Der Elbauenpark ist der jüngste Park in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg, errichtet auf einem Areal, das eine lange Geschichte hat. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es u.a. militärisch genutzt. Einige Kasernengebäude aus jener Zeit stehen hier bis heute und erinnern auch daran, dass die russische Armee das Gelände bis zu ihrem Abzug Anfang der 1990er Jahre nutzte. Nach der Räumung der Munition und des Trümmerschutts, der nach dem Ende des Zeiten Weltkrieges aus der zerstörten Magdeburger Innenstadt auf diesem Gelände entsorgt wurde, konnte hier die Parkanlage errichtet werden. Auferstanden wie Phönix aus der Asche ist ein Gartenkunstwerk, das – obwohl noch sehr jung – wegen seiner gesamthistorischen Bedeutung in das touristisch-denkmalpflegerische Netzwerk „Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt“ aufgenommen wurde. Diese im Jahr 2000 vom Land ins Leben gerufene Initiative hat Wiederherstellung und Erhalt der schönsten und wichtigsten historischen Parks und Gärten Sachsen-Anhalts im Fokus. 

So gehen 20 Jahre Elbauenpark und das 20-jährige Jubiläum des Gartenträume-Netzwerkes fließend ineinander über. Wenn Uwe Frömert auf diese 20 Jahre zurückblickt, kommen etliche Ideen zusammen, die durch sein Engagement mit Leben gefüllt werden konnten. „Obwohl ich heute noch glaube, ich wäre der geborene Revierförster“, sagt er. Ein Augenzwinkern signalisiert, dass er nicht hadert mit seinem Schicksal, dass ihn aus dem gerade beendeten Forststudium Mitte der 1990er Jahre in eine Zeit entließ, in der sich eine gesamtdeutsche Forstwirtschaft neu (er)fand. Eine Revierförster-Stelle gab es da nicht für ihn – aber neue Möglichkeiten. Uwe Frömert startet seinen beruflichen Weg auf dem „Grünen Pfad“, so hieß damals das Umweltbildungsprogramm, das auch der Elbauenpark in seine Angebote mit aufnahm. 

Auf dem Stundenplan steht „Molche retten“ 

Wenn der Förster seinen Waldschülern jetzt gleich einen Besuch im tropischen Wald ankündigt, dann meint er das Schmetterlingshaus, im Jahr 2000 mit auf seine Anregung hin erbaut. Schon immer von Schmetterlingen fasziniert habe er für die zarten Flügelwesen während des Studiums ein ganz besonderes Interesse entwickelt, sagt Frömert. Es ist zu merken, dass er „Ahnung“ hat von den exotischen Faltern. Süße Früchte stehen an den Futterplätzen zwischen den tropischen Pflanzen. Hier kann man gut beobachten, wie die Schmetterlinge den Nektar mit ihrem Saugrüssel aufnehmen. Bis zu 200 Falter aus Afrika, Mittel- und Südamerika fühlen sich im Schmetterlingshaus wohl. Obwohl ihre „hammerharten“ Feinde, die Echsen, auch hier zu zuhause sind, allerdings in Vitrinen. 

„Molche retten“ ist die Aufgabe im praktischen Teil des Waldunterrichts. Der Weg führt durch bis zu vier Meter hohe Hänge, die noch aus der frühen militärischen Nutzung stammen. Die einstigen Schießwälle wurden in die Gestaltung der Parkanlage einbezogen. Unter den alten Bäumen sind schattige Ruhezonen zu finden. Aus warmen Zeiten steht da noch ein hierher getragener Liegestuhl – auf dem feuchten Herbstlaub wirkt er verloren.

Fehl am Platze sind jetzt im Herbst auch die Molche im Wasserbecken der „Paradiesischen Gärten“. „Die Amphibien springen zur Paarung gern hinein, kommen allerdings nicht von allein wieder heraus“, erklärt der Förster und verteilt die Kescher. Die Jungtiere sollen sich vor dem Winter noch an Land satt fressen mit Würmern und Schnecken.

Lebendige Anschauungsmittel

Dann führt Frömert die Waldschüler doch noch in „sein“ Revier, er hat einen Eimer mit Möhren und Kartoffeln dabei. Nur in Begleitung des Försters ist das Füttern des Damwildes erlaubt. Seit 2005 gibt es das 12000 Quadratmeter große Gehege zu Füßen der Sommerrodelbahn, die auf einer einstigen Mülldeponie errichtet wurde. Neben Bäumen, Sträuchern, Gras und Kräutern darf eben das heimische Wild nicht fehlen. Der Waldschul-Leiter kann hier „lebendige“ Anschauungsmittel zeigen. Schaufler, Hirschkühe und ihre Kälber haben Hunger. Der Eimer ist schnell leer. Bald darauf rufen die Mütter ihre Jungtiere. „Nach den Möhren schießt die Milch ein“, erklärt Uwe Frömert. Bei den Tierkindern ist jetzt Abendmahlzeit. Die Menschenkinder können sich kaum trennen. Der Förster kann sie trösten. Der Elbeauenpark hat noch weitere Entdeckungstouren zu bieten. So kann man neben den Geheimnissen des Waldes auch den Lebensraum von Elbe und Angersee kennenlernen, auf Wiesensafari gehen oder den Spuren des Elbebibers folgen und eine Biberburg bauen. 

Informationen zu den Entdeckungstouren gibt es unter Telefon 0391/5934-50 und auf der Seite der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg GmbH.

Kontakt

IMG – Investitions- und Marketing­gesellschaft Sachsen-Anhalt mbH

Am Alten Theater 6
39104 Magdeburg

Tel.: +49 (0) 391 568 99 88
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